Perry Rhodan Homepage News

Der offizielle RSS-Feed der PERRY RHODAN-Redaktion
  1. Jenseits des Menschen

    Fremde Superzivilisationen sind wahrscheinlich biokybernetische Cyborgs – Verschmelzungen von Biologie und Technik – oder ganze Maschinenstaaten mit Künstlicher Intelligenz. Vielleicht sind Lebensformen nur ein Übergang in der Evolution zu Supercomputern. Vielleicht auch auf der Erde … Diese Perspektiven werden gegenwärtig unter den Stichworten »Trans- und Posthumanismus« kontrovers diskutiert. Dabei geht es um nichts weniger als um die Frage, was der Mensch ist, sein will und soll – oder sich einbildet. Dieses hochspekulative Thema, das die Science Fiction längst in vielen Facetten durchgespielt hat, wird angesichts der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz immer realistischer – und also auch brisanter. Das menschliche Leben muss und wird nicht so bleiben. Ob und wie sich unsere Spezies verbessern und transzendieren kann, ist nicht nur eine genuin philosophische Fragestellung, sondern inzwischen auch ein aufkeimendes bio- und informationstechnisches Großprojekt mit unklarem Ausgang: Heilsversprechen für manche, die finale Untergangsvision für andere. Oder sind das alles naiv-unrealistische Träumereien? Mehr zu diesem Thema im PERRY RHODAN-Journal 183, in dem auch eine Auswahl der eingegangenen Leser-Antworten zur Frage »Was würde die Entdeckung einer Superzivilisation bewirken?« enthalten ist. Das PR-Journal 183 erscheint als Beilage zum PR-Roman 3074 am 17. Juli 2020.
  2. Das geheimnisvolle Zentrum der Milchstraße

    Ein wesentlicher Teil der Science Fiction beschäftigt sich mit Spekulationen, ob es Leben auf fremden Welten geben kann. Interessant werden die Geschichten vor allem, wenn aktuelle Wissenschaft und phantastische Literatur in engen Kontakt treten. So geschieht es derzeit in der Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN NEO: Wenn am 10. Juli 2020 der Roman »Ruf des Dunkels« erscheint, beginnt eine Reise ins Zentrum der Milchstraße – eine Region, über die Astronomen derzeit immer mehr herausfinden. Als umfangreichste Science-Fiction-Serie der Welt ist PERRY RHODAN zugleich eine der bekanntesten Unterhaltungsmarken aus dem deutschsprachigen Raum. Seit 1961 erscheint die Serie wöchentlich – jeweils als gedruckter Roman, als E-Book und als Hörbuch. Dazu kommen Bücher und Taschenbücher, Hörspiele und Hörbücher sowie verschiedene Sammelartikel. Mit PERRY RHODAN NEO erlebt die Serie seit 2011 eine Art zweiten Anfang: Während in der klassischen Serie der Astronaut Perry Rhodan im Jahr 1971 zum Mond fliegt und dort auf Außerirdische trifft, beginnt die Reise bei NEO im Jahr 2036. Rhodan startet ebenfalls zum Mond, trifft auf die menschenähnlichen Arkoniden und einigt mit ihrer Technik die Menschheit. In beiden Serien bleibt die grundsätzliche Moral: Perry Rhodan kämpft für Toleranz und Gleichberechtigung, für ihn stehen Menschenrechte und Frieden im Zentrum. Und was den Beginn der Serie bildete, findet seine Fortsetzung in der Zukunft des Jahres 2090. Mehrere Autoren arbeiten an dieser neuen Vision der nahen Zukunft. In ihren Romanen verbinden sich kühne Science-Fiction-Ideen mit einer realitätsnahen Handlung. Alle zwei Wochen kommt ein PERRY RHODAN NEO-Roman in den Handel: in gedruckter Form als Taschenbuch mit jeweils 160 Seiten sowie als E-Book und als Hörbuch. »Die Serie wird in Staffeln erzählt«, erläutert Klaus N. Frick, der Redakteur der Serie. »Immer zehn Romane bilden eine Handlungsstaffel, eine Art ›Mega-Roman‹ von 1600 Seiten Umfang.« Die kommende Staffel erzählt vom Vorstoß der Menschen ins Zentrum der Milchstraße, in den Sagittarius-Sektor. Astronomen haben in den vergangenen Jahren immer mehr Informationen über diese Region zusammengetragen. Man weiß von dem riesigen Schwarzen Loch, das sich dort befindet, und von den komplizierten Verhältnissen in seiner Umgebung. Das fließt als Hintergrund in die künftigen Romane ein. Verantwortlich für die Handlung sind die Autoren Rüdiger Schäfer, wohnhaft in Leverkusen, und Rainer Schorm, der in Freiburg lebt. Die beiden beschäftigen sich intensiv mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen und lassen diese in ihre Konzepte einfließen. Sie steuern das Geschehen, das ihre Kollegen in den Romanen schreiben; von ihnen stammen sowohl die Handlungsvorgaben als auch die technisch-wissenschaftlichen Datenblätter. Den ersten Band der neuen Staffel schrieb Oliver Plaschka. Der Autor und Übersetzer veröffentlichte in den vergangenen Jahren eine Reihe von eigenständigen Romanen: über den Chinareisenden Marco Polo beispielsweise oder die magische Stadt Fairwater. Mit »Ruf des Dunkels« zeigt er nicht nur, wie die Erde im Jahr 2090 aussieht, sondern auch, zu welcher Mission Perry Rhodan und seine Mitstreiter aufbrechen werden. »Ein spannendes Abenteuer nicht nur für die Romanfiguren, sondern auch für die Leserinnen und Leser«, verspricht Frick. »Wer die PERRY RHODAN-Serie von früher her kennt, wird übrigens eine Reihe von bekannten Begriffen neu entdecken können. Wer frisch hinzustößt, den erwartet ein farbiges Universum voller Wunder und Abenteuer.«
  3. Klassiker von Hubert Haensel werden neu aufgelegt

    Wer kennt sie nicht, die klassischen Science-Fiction-Reihen von TERRA bis TERRA ASTRA, in denen unter anderem eigenständige Romane vieler PERRY RHODAN-Autoren veröffentlich worden sind? Ende Juni 2020 startet die »Hopf-Autorenkollektion« im Verlag Peter Hopf. In der neuen Retro-SF-Reihe werden erfolgreiche TERRA- und TERRA-ASTRA-Klassiker wiederaufgelegt. Sie werden der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst und von den Autoren sorgfältig durchgesehen sowie leicht bearbeitet. Die Texte kommen also den Originalen aus den 60er-, 70er- und 80er-Jahren so nah wie möglich. Die Romane erscheinen in einer hochwertigen, sehr ansprechenden Taschenbuch-Ausgabe in exzellenter grafischer Gestaltung, mit Hochglanz-Cover in Klappenbroschur, mit umlaufendem Titelbild und der Umschlagkolorierung entsprechendem farbigem Seitenschnitt. In der Regel werden zwei Romane eines Schriftstellers zusammengefasst, die inhaltlich oder thematisch zueinander passen. Die Autoren der ersten Bände sind Hubert Haensel, Falk-Ingo Klee und Hans Kneifel. Es ist geplant, dass alle zwei Monate ein weiterer Titel erscheint. Der Umfang jedes Taschenbuchs beträgt rund 220 Seiten, der Preis beträgt 13,00 Euro. Zugleich sind die Texte als E-Book erhältlich, zum Preis von 3,99 Euro. Die Bücher können bereits bestellt werden. Das erste Taschenbuch trägt den Titel »Forschungskreuzer CIMARRON« und stammt von PERRY RHODAN-Autor Hubert Haensel. Es fasst die beiden TERRA ASTRA-Romane »Forschungskreuzer CIMARRON« (Band 395) und »Gestrandet im Hyperraum« (Band 411) zusammen, die jeweils im Jahr 1979 erschienen sind. Für die ersten zehn Kunden, die direkt auf der Homepage des Verlages ordern und dazu das Kennwort »PERRY RHODAN« angeben, gibt es ein vom Autor handsigniertes Exemplar. Zitat aus dem Vorwort von Hubert Haensel. »Es gibt sie doch, die Möglichkeit der Zeitreise: Mit dieser neuen Taschenbuchreihe entführt Sie der Verlag Peter Hopf ins letzte Jahrtausend... In die Blütezeit der SF, als das Leben etwas weniger von Stress und Hektik diktiert wurde. Als Computer, Handys und richtige Roboter tatsächlich Zukunftsmusik waren. Vieles von dem, was uns heute als selbstverständlich erscheint, war damals noch fern. Es war die Zeit Ihrer Jugend, vielleicht sogar der Jugend Ihrer Eltern – ebenso die Frühzeit unserer realen Raumfahrt. Lassen Sie sich also entführen in eine Zeit, in der SF vielleicht nicht immer technisch perfekt stimmig war, dafür jedoch fantastisch und voller Aufbruchsstimmung. Retro-SF, das ist Nostalgie. Retro-SF heißt, die Träume von einst erneut träumen...«
  4. Die »Elfenzeit« in einer Neuauflage – Teil 2

    Im Juli 2020 beginnt Uschi Zietsch-Jambor – den PERRY RHODAN-Lesern vor allem unter ihrem Pseudonym Susan Schwartz bekannt – damit, die »Elfenzeit«-Serie im eigenen Verlag neu zu veröffentlichen. Aus diesem Grund stellte Michael Marcus Thurner, ihr Autorenkollege, ihr einige Fragen. Das Interview bringen wir seiner Länge wegen in zwei Teilen: gestern Teil eins, heute Teil zwei.   Michael Marcus Thurner: Die Bücher sind im Print ursprünglich beim Bertelsmann-Buchclub erschienen und waren ohne Club-Mitgliedschaft gar nicht so leicht zu bekommen. Durch deine Neuausgabe korrigierst du nun diesen »Fehler«. Mich würde interessieren, inwieweit du bei der Neuausgabe in die Texte eingegriffen hast und wie nahe du an der ursprünglichen Ausgabe drangeblieben bist. Uschi Zietsch-Jambor: Ich habe ein wenig modernisiert, damals gab es ja gerade erst sehr frisch Smartphones und beispielsweise noch gar kein WhatsApp, all diese Dinge eben. Die Serie war und ist zwar zu keiner festen Zeit angesiedelt – also in jedem Fall Prä-Corona –, aber soll doch nicht zu veraltet daherkommen. Das erforderte aber nur wenige Eingriffe. Ansonsten habe ich auf damalige Lesermeinungen reagiert und behutsam ein paar zu finstere Szenen entschärft, vor allem aber einige wenige Ungereimtheiten geglättet, die uns trotz der genauen Durchsicht von nicht weniger als fünf Personen nach Abgabe des jeweiligen Autors entgangen waren. Nur Kleinigkeiten, die kaum jemandem oder gar nicht auffielen, aber dadurch wird es stimmiger. Mit Fortgang der Serie ab Band fünf werden die Eingriffe ohnehin immer weniger, weil das Autorenteam eingespielt war und sich eingefühlt hatte, in welche Richtung wir eigentlich wollten. Neu sind allerdings die Ergänzungen. Wir haben auch für diese Ausgabe freundlicherweise die Karte zur Verfügung gestellt bekommen, dazu gibt es in Band 1 einen Überblick, ab Band 2 »Was bisher geschah« und ebenso fortlaufend ab Band 1 die »Dramatis personae«. Außerdem finden sich Anhänge, die mehr über die Elfen, die Anderswelten und weitere Hintergründe erzählen. Und natürlich gibt es einen Ausblick auf den jeweils folgenden Band.   Michael Marcus Thurner: Ein Band der Serie wird zur Gänze neu geschrieben. Jana Paradigi wird jenes Buch, das ursprünglich »Merlins Erwachen« hieß, neu verfassen. Wie groß werden in diesem Teilband die inhaltlichen Veränderungen im Vergleich zum Ersttext sein? Uschi Zietsch-Jambor: Es handelt sich dabei um den elften Roman. Im Vergleich zum Ersttext gibt es keine Übereinstimmung. Die Haupthandlung in der Vergangenheit ist komplett neu. Es ist lediglich die Bedingung der Sonnenfinsternis geblieben und der Schauplatz Brocéliande, aber die Geschichte ist in einem späteren Jahrhundert angesiedelt und erzählt eine neue Handlung mit neuen Figuren. Und wie nun Merlin in die Handlung kommt, ist zwar wie ursprünglich im Exposé grob umrissen, aber auch neu angelegt worden.   Michael Marcus Thurner: Wo verortest du selbst die »Elfenzeit«-Serie? Sie ist manchmal Urban Fantasy, manchmal Romantasy, manchmal Dark Fantasy. Ich selbst mag diese Kategorisierungen gar nicht so sehr, aber für den Fachbuchhandel sind sie halt wichtig. Uschi Zietsch-Jambor: Das ist für mich ganz klar Urban Fantasy, zwar manchmal durch ein gelegentliches Setting in der Anderswelt mit anderen Elementen verknüpft, aber immer unter dem Aspekt der Hauptkategorie.   Michael Marcus Thurner: So umfangreich die »Elfenzeit« auch sein mag, ich hatte das Gefühl, dass noch längst nicht alles auserzählt sei. Grad bei den Nebenfiguren meine ich, dass sie durchaus noch den einen oder anderen zusätzlichen Band verdient hätten. Was meinst du dazu? Uschi Zietsch-Jambor: Dem stimme ich vollkommen zu. Es ist einiges nur angerissen oder umrissen worden. Da sind wir wieder bei Tom, aber auch bei den vielen anderen Nebenfiguren, seien es nun Elfen oder Menschen oder auch Götter. Es wäre noch viel Raum für eigene, sehr spannende Geschichten rund um die Welt. Aber dafür bräuchten wir einen entsprechenden Erfolg der Hauptserie.   Michael Marcus Thurner: Derzeit planst du, die insgesamt zehn Bücher im Monatsrhythmus zu veröffentlichen, als E-Book und als Printausgabe. Wird es auch eine Hörbuchausgabe geben? Uschi Zietsch-Jambor: Ja, die ersten vier Romane wurden ja damals bereits vertont und werden ebenso als Sammelausgabe wie die gedruckte Ausgabe und die E-Books am 10. Juli und am 10. August als Ausgabe 1 und 2 erscheinen. Die weiteren Bücher möchten wir natürlich auch gern vertonen, aber das kann leider nicht passend zu den anderen Erscheinungsterminen erfolgen. Da hätten wir vor über einem Jahr anfangen müssen, und da war noch längst nicht alles in trockenen Tüchern. Immerhin hat sich die Sprecherin der ersten vier Bände, Katharina Brenner, bereit erklärt, auch die weiteren Ausgaben zu lesen. Was natürlich toll ist, wenn wir durchgehend eine Sprecherin haben. Doch wir müssen die Termine erst noch abstimmen und natürlich die finanzielle Seite. Vielleicht können wir Anfang 2021 weitermachen! Ich hoffe es.   Michael Marcus Thurner: Die »Elfenzeit« hatte einen Serien-Nachfolger, und zwar den »Schattenlord«. Ist auch da eine Neuauflage angedacht? Uschi Zietsch-Jambor: Ja, »Schattenlord« wird nahtlos an die »Elfenzeit«anschließen, einen Monat später, ebenfalls im monatlichen Rhythmus, mit insgesamt acht Bänden. Der letzte Band enthält dann nur noch einen Roman, da es 15 Teile sind.   Michael Marcus Thurner: Du bist seit mittlerweile 33 Jahren Verlegerin. Wie sieht's denn abseits von »Elfenzeit« mit deinen Plänen aus? Was darf man sich von den Autorinnen Uschi Zietsch und Susan Schwartz in den nächsten Monaten und Jahren erwarten? Uschi Zietsch-Jambor: Als Susan Schwartz bin ich ja weiterhin eifrig bei PERRY RHODAN mit dabei, und als Uschi Zietsch werde ich in 2021, wenn ich mit den beiden großen Serien durch bin, wieder eigene Projekte schreiben und veröffentlichen. Der dritte Albalon-Band steht aus, außerdem soll es mit dem Träumenden Universum weitergehen – nach dem Abschluss der Chroniken von Waldsee werde ich mit der »Hauptgeschichte« beginnen. Außerdem möchte ich bis 2022 einen bayerischen Krimi beenden, der schon lange darauf wartet, und einen eher humorvollen Münchner Krimi, in dem auch ein Mops eine Rolle spielt. Eine weitere Idee für einen humorigen Münchner Krimi habe ich auch schon. ich werde also weiterhin gut beschäftigt sein! Und als Verlegerin werde ich Ende 2020/Anfang 2021 einen historischen Roman zu dem Thema Werwolf (oder nicht?) von Erik Hauser bringen und in 2021 die große Vampirsaga »Cold Blood« von Tanya Carpenter. Genug Arbeit!   Michael Marcus Thurner: Uschi, zum Abschluss eine persönliche Frage: Hat dich eigentlich jemals jemand »Ursula« genannt? Ich kann mir das gar nicht so recht vorstellen … Uschi Zietsch-Jambor: Das kann sich niemand vorstellen, denn ich wurde mit einer Ausnahme nie so genannt. Ich sollte, so wollte es mein Vater, Uschi heißen, aber damals waren die Standesämter noch sehr zickig, und der Standesbeamte weigerte sich rundheraus, »Uschi« einzutragen, weil das doch kein Name sei. So wurde also Ursula Susanne aus mir (jaaaaaa daher rührt das »Susan« bei der Schwartz). Es gab einen einzigen Menschen auf der Welt, der mich jemals so nennen durfte, von meiner Kindheit an bis zu ihrem Tod (nicht aus der Familie). Ach ja, dann war da noch einer, ein ungarischer Zöllner 1979 an der damals noch eisernen Grenze zurück in den Westen. Hach, diese wohlklingende Stimme mit dem weich ausgesprochenen Namen habe ich jetzt noch im Ohr...
  5. Zwei Fehler und ein Mausbiber

    Wie schon erwähnt, hat der Roman »Der Ilt muss sterben!« von Leo Lukas (PERRY RHODAN 3072) heftige Diskussionen in der Leserschaft ausgelöst. In Diskussionsforen und auf Facebook äußern viele ihr Unverständnis über den Schluss des Romans. Im »Galaktischen Forum«, der Diskussionsseite auf perry-rhodan.net, stellt sich Wim Vandemaan der Diskussion. Der Schriftsteller ist mit Christian Montillon einer der zwei Exposéautoren der PERRY RHODAN-Serie. Am Freitagabend gab es um 22.34 Uhr noch bekannt, welche zwei entscheidenden Fehler er bei der Planung begangen habe. »Was die zwei Fehler angeht – da wird mancher lächeln und sagen: Nur zwei? Bescheiden, der junge Mann. Je länger ich nachdenke, desto mehr würde ich verändern wollen; das ist meist so, diesmal besonders krass. Zumal beide Fehler auf meine Kappe gehen. Der erste: Ich habe gedacht, dass die Hinweise im Vorgängerroman, diesem Nachbau-Planeten, und die (von manchen Lesern als Lückenfüller angesehenen) Roman über den Heimflug der RAS TSCHUBAI deutlich gewesen wären. Ich versuche ja, Dinge nie aus dem Hut zu zaubern, sondern vorzubereiten. Der Fehler: Es ist mir nicht gelungen, die Bedeutungen dieser Vor-Griffe in den Vordergrund zu rücken. Dazu hat Leo Lukas das getan, worum ich ihn inständig gebeten habe: den Roman so glaubwürdig wie möglich zu schreiben - weil meine Befürchtung (Fehler 1.1) war, dass uns sonst niemand diese Geschichte glauben würde. Falsch gedacht. Der zweite Fehler ärgert mich mehr. Ich hole etwas aus: Wenn ein Roman fertig ist, bekomme ich ihn als Datei. Ich schaue mir an, wie wichtige Passagen ausformuliert worden sind, weil ich für Folgeexposés ja nicht (nur) auf Expos zugreife, sondern auf das, was dann gilt: den Roman. Bei der Durchsicht des Roman 3071 ist mir dabei, da ich auf Formulierungen konzentriert war, etwas entgangen: Der Roman ist weitgehend frei von Daten. Und ich habe versäumt, nachzusteuern und von vorherein klar zu machen, wie wichtig diese Daten sind. Man kann sie zwar rekonstruieren, aber wer tut das schon? Und so konnte niemandem auffallen, wie viele Tage zwischen diesen beiden Romanen liegen. Tatsächlich sind es laut Exposé sieben Tage – eine Ewigkeit. Und statt dass die Leser nun wie gewünscht spekulieren, »Was ist eigentlich in all diesen Tagen passiert?«, haben sie – empört über die Handlung – nur den Tod des Ilts wahrgenommen und konnten ja auch gar nicht anders. Das tut mir echt leid, und es ärgert mich, weil es ja meine Fehler waren. Der Effekt war jedenfalls verheerend: Statt eines Romans, bei dem ich gedacht habe, dass wir diese Vorab-Informationen, die Zweifel säen sollten, auszubalancieren, ist er in Richtung zu große Glaubwürdigkeit gekippt. Soweit die beiden gröbsten Fehler, die ich mir anrechnen lassen muss, leider.« Ein Leser stellte am selben Abend eine ergänzende Frage: »Ist gucky tot oder ein clon?« Daraufhin reagierte der Exposéautor am Samstag, 4. Juli 2020, um 0.29 Uhr: »Ich hatte gedacht, die Rückreise der RAS TSCHUBAI und die Erlebnisse dort und dann die Entdeckung des Nachbauplaneten wären deutlich, fast zu deutlich gewesen. Dazu die Strategie der Cairaner, Technologien von Superintelligenzen nicht ganz zu entsorgen, sondern zur gelegentlichen Wiederverwendung auf die Seite zu nehmen... eine Strategie, die ihnen übrigens am Ende das Leben gerettet haben dürfte.  Ihr Misstrauen, ihre Sucht nach Manipulation, Inszenierung... Im Nachhinein würde ich sagen: Manchmal hätte ich deutlicher mit dem Zaunpfahl winken sollen - oder am roten Faden zupfen, je nachdem. Und mich weniger in die Position der Cairaner versetzen, als die der Leser. So eigenartig-abziehend ich diese vierhändige, geschlagene, verjagte und verfolgte Sternenkultur finde. Das merke ich mir echt: Klarheit ist keine Schande.«
Zum Seitenanfang